Sizilien mit der Eisenbahn

Bahn und Fahrrad - Reisen ohne Auto

Sizilien

 

Sizilien - vom Airport Punta Raisi (Palermo) bis nach Syracus, Quelle: google maps

Heute morgen am 17.04.2023 sind wir um 10:05 Uhr mit S-/U-Bahn zum Flughafen Nürnberg gefahren. Wir hatten einen Koffer mit 12 Kilogramm zum Aufgaben am Schalter und noch Handgepäck mit zwei kleinen Rucksäcken und einen kleinen Koffer als Handgepäck dabei. Mit der Fluggesellschaft Ryanair sind wir planmäßig um 12:55 Uhr gestartet. Am Flughafen in Palermo – Punta Raisi landeten wir kurz vor 15:00 Uhr (ca. 2 Stunden Flugzeit).

Italienische staatliche Eisenbahn 

Palermo

Taormina

Syracus (Ortigia)

Catania

Cefalù

Ausklang in Palermo

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Palermo

Der Bahnhof Punta Raisi ist direkt im Untergeschoss des Flughafens und nicht zu verfehlen. Pro Person kostet die Fahrt nach Palermo Centrale 6,50 €. Um 15:28 fuhr der volle Regionalexpresszug pünktlich los und erreichte Palermo Centrale ebenso pünktlich um 16:17 Uhr. Unsere Unterkunft lag etwa 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt in der Via Roma. Der Fußgängerweg über die Hauptstraße neben dem verkehrsreichem Bahnhof ist nicht durch Fußgängerampeln geregelt. Es gibt lediglich Zebrastreifen, an die sich die italienischen Fahrer kaum halten. Man muss die Ampel für die Autos beobachten, dann kann man bei den Rotphasen des motorisierten Verkehrs losgehen. Die Via Roma ist wahnsinnig laut. Es ist die verkehrsreichste Straße in der Innenstadt von Palermo, hat mir ein Hotelbesitzer gesagt. Wir haben das „B & B Angelo 83“ in der Via Roma für zwei Nächte gebucht. Ein Frühstück gibt es dort nicht.
Das Bild zeigt den Platz Quattro Canti. Tolle abendliche Stimmung
Palermo - Schmuckstück "Quattro Canti"

Abends haben wir im Ristorante "Caponata - Cucina e Pizza" in der Via Vittorio Emanuele gespeist. Es gab auf Nachfrage keinen offenen Hauswein. Man bekam 1/8 Glas Rotwein. Es wurde mir zum Probieren vorher eingeschenkt. Der 1/8 Liter kostet 7,00 €. Wir bestellten zwei Pizzas für jeweils 10,00 € und noch eine Nachspeise lediglich für eine Person. Die Rechnung lautete auf 55,00 €. Ich habe auf 60 € aufgerundet. Der Mann an der Kasse hat dann vor mir mit den Geldscheinen herumgefuchtelt und gab mir lediglich 30 € heraus. Nachdem ich noch die 10 € forderte, hat er sich entschuldigt. Er hat es probiert. Nächsten Tag habe ich auf der Rechnung festgestellt, dass uns die Nachspeise zweimal berechnet wurde.

Das Bild zeigt einen Fischhändler am Mercato Ballarò
Gemüse, Fisch, Obst, Gastronomie - Mercato Ballarò
Von „Mercato Ballarò“ waren wir begeistert. Hier rufen die Marktschreier nach Kunden als ob es kein Morgen gäbe. Ballarò ist der älteste und größte Markt der Stadt und erstreckt sich von der Piazza Casa Professa bis zu den Stadtmauern des Corso Tukory. Die anderen beiden Märkte „Mercato del Capo“ und „Vucciria“ sind nicht so interessant. Die hätten wir uns schenken können. Am späten Nachmittag haben wir in einem unscheinbaren Ristorante an einem Park in der Nähe von „Mercato Vucciria“ reichlich und gute Spaghetti al pomodoro gegessen ( + 2 Bier mit Trinkgeld = 25 €). Die Kirche „Chiesa del Gesù“ haben wir beim Spazierengehen entdeckt. Es ist innen eine der beeindruckendsten Kirchen, die wir bisher in Italien besucht haben (sizilianischer Barock). Chiesa del Gesù 

Hauptschiff in der barocken Kirche in Palermo: Chiesa del Gesù
Barocke Kirche in Palermo: Chiesa del Gesù

Seitenschiff in der barocken Kirche in Palermo: Chiesa del Gesù
Barocke Kirche in Palermo: Chiesa del Gesù

In der Kleinstadt Monreale, nur fünf  Kilometer von Palermo entfernt, liegt in 300 Meter Höhe auf dem königlichen Berg "Monte Reale", der Dom  und das Kloster von Monreale. Von der Piazza Independence fuhren wir mit dem öffentlichen Bus nach Monreale. Die einfache Fahrt kostet pro Person 1,60 €. Dafür war der Bus gnadenlos überfüllt.  Der Kreuzgang und die Kathedrale von Monreale sind großartige Kunstwerke. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Eintritt von 13 € pro Person war die Sache mehr als wert. Zum Schluss des Rundganges kamen wir über Steinstufen auf das Dach der Kathedrale und hatten einen schönen Blick über Palermo und die Küste. Der Bus nach Palermo war wieder brechend voll. Ich stand direkt neben dem Fahrer. Positiv: man konnte nicht umfallen.

Blick vom Dach des Domes in Monreale bis zum Meer
Blick vom Dach des Domes in Monreale
Der Kreuzgang im Kloster von Monrealae
Der Kreuzgang im Kloster von Monreale

Wunderschönes Altarbild der Kathedrale
Im Innern der Kathedrale

 

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Taormina

Um 08:27 fuhr unser moderner Regionalexpresszug mit Informations-Monitoren und Videoüberwachung der Sitzplätze pünktlich nach Messina Centrale los. Die meiste Zeit fährt die Bahn direkt am herrlich blauen Meer entlang, sodass auch irgendwann die Äolischen Inseln im Tyrrhenischen Meer am Horizont auftauchen. Während der Fahrt wurden wir von einem gleichaltrigen Ehepaar aus Südtirol angesprochen. Als ich ihr dann sagte, dass wir Streiks der italienischen Eisenbahner befürchtet hätten, sagte sie leicht beleidigt, dass das ein deutsches und nicht italienisches Problem wäre. In Italien würden die Züge überwiegend ohne Verspätung unterwegs sein gab sie uns zu verstehen. Um 11:17 Uhr erreichten wir nach ca. drei Stunden Fahrt planmäßig unseren Umsteigebahnhof Messina Centrale. Im Zug hat uns eine freundliche Zugbegleiterin in englischer Sprache darauf hingewiesen, dass noch ein verspäteter Anschlusszug in Richtung Taormina warten würde. 

Aus dem Zugfenster fotografiert. Das Meer und im Hintergrund die Äolischen Inseln
Blick aus dem Zugfenster - Hintergrund: Äolische Inseln

Die Fahrt für eine Person von Palermo Centrale nach Taormina-Centro kostet am 19. April 2023 21,80 € (inkl. Bus-Ticket). Aussteigen muss man in Taormina-Giardini (12:10 Uhr) und anschließend auf den Bus (LINK) warten. Der bringt einen dann direkt ins Zentrum von Taormina, zumindest bis zum Beginn der Fußgängerzone. Das warten am Bahnhof auf den Bus ist etwas nervig, weil verschiedene Busse halten, die aber für andere private Unternehmen fahren. Am Schalter des Bahnhofs kann man sich zumindest werktags nach den Bussen erkundigen. Der Besuch des Teatro Grecco lohnt sich. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf den Vulkan Ätna und das Mittelmeer. Auf dem größten Platz in der Fußgängerzone mit imposantem Ausblick auf Meer und Ätna hält sich bestimmt jeder Tourist täglich mehrmals auf. Straßenmusikanten, die wunderschöne italienische Lieder spielen (z.B. „Volare“) und angenehme Tages-Temperaturen, lassen einen auf einer der Bänke gerne verweilen.
 
Bild vom antiken griechischen Theater gegenüber dem Ätna
Das griechische Theater gegenüber dem Ätna
Taormina liegt wunderschön über dem Meer mit fantastischem Ausblick zum Ätna. Eigentlich gibt es aber nur eine Straße mit Geschäften, in der sich alle Tages- und Übernachtungstouristen aufhalten. Am Wochenende schieben sich Menschenmassen durch die enge Fußgängerzone. Nach unserer Meinung ist es deshalb auch die teuerste Stadt auf Sizilien. Unser Gastgeber der Ferienwohnung sagte, dass die Kreuzfahrschiffe ab Mai nicht mehr in Taormina anlegen dürfen, weil die Stadt die Tages-Touristen nicht mehr verkraften würde. Wir waren dem Vermieter Paolo dankbar, dass er uns mit seinem Auto zum Bahnhof gefahren hat, weil es mit den öffentlichen Bussen mühsam ist.
Bild zeigt den Ätna in Abendstimmung von Taormina aus
Abends - Blick auf den Ätna
Auf der zentralen Piazza in Taormina spielen Musikanten
Zentrale Piazza in Taormina
Hoch über Taormina mit Blick aufs Meer
Hoch über Taormina mit Blick aufs Meer

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Syracus (Ortigia)

Pro Person kostet die Fahrkarte von Taormina nach Syracus 10,90 €. Der Zug war voll von Touristen. In Syracus kamen wir pünktlich an. In Ortigia (Altstadt) war das Hotel. Ortigia mit seiner Kathedrale Santa Maria delle Colonne (Heilige Maria der Säulen) ist wunderschön und darf sich UNESCO Weltkulturerbe-Stadt nennen. Bisher die schönste Stadt auf unserer Reise, vor allem die Altstadt "Ortigia".  Ich bin mir vorgekommen wie in dem Film „Malena“ (italienisch-deutscher Spielfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Giuseppe Tornatore aus dem Jahr 2000). Überall in Italien fällt mir auf, dass die Preise für den Capuchino oder auch andere Getränke neben Sehenswürdigkeiten kaum teurer sind als in 2000 Meter Entfernung.
Filmszene aus "Malena" vor dem Dom in Syracus
Filmszene aus "Malena" am Piazza Duomo, Quelle: Filmaufnahme

Kathedrale von Syracus (Ortigia)
Kathedrale Santa Maria delle Colonne (Heilige Maria der Säulen)
 Kathedrale von Syracus (Duomo) 

Diese heilige Stätte wurde schon vor 2.500 Jahren erbaut. Vom einstigen griechischen Tempel sind die dorischen Säulen noch vollständig sichtbar erhalten. Die wurden ganz einfach später in die hinzukommenden Wände eingemauert und weiterhin als tragende Säulen verwendet, als der Tempel zur christlichen Kirche umgewandelt wurde.

 

Catania

Der Schalter war heute wegen des Feiertags (Tag der Befreiung Italiens) geschlossen. Gott sei Dank hatten wir die Fahrkarten schon gestern besorgt.  Ich musste am Schalter meinen Pass vorlegen, weil der Name auf den Fahrkarten eingetragen wird. Auf meiner Fahrkarte steht „Martin ........“ Um 09:40 Uhr konnten wir in den hier in Syracus beginnenden Intercity nach Rom einsteigen. Die reservierten Plätze fanden wir schnell. Der Zug war über die ganze Strecke bis Catania nicht voll, auch wenn er relativ oft zum Aus- und Einsteigen hält. Der Zug fuhr planmäßig in Catania ein. Der Nationalfeiertag mit Straßenumzug, Fahnen, Sprechchören und Musik war spektakulär. Vor allem das Lied der italienischen Partisanen „Bella Ciao“ wir ständig gespielt und gesungen. 
Das Bild zeigt einen Wagen des Intercity nach Rom am Bahnsteig in Syracus
Intercity nach Rom am Bahnsteig in Syracus
Das Bild zeigt unsere Wohngegend in Catania
Hier in der Nähe wohnten wir
Das Bild zeigt den Dom - die Kathedrale Sant’Agata am Piazza dell Elefante
Dom - Kathedrale Sant’Agata am Piazza dell Elefante
Auf einer Meereshöhe von ca. 1900 Meter liegt der Crateri Silvestri - Ausbruch Silvester 1892
Crateri Silvestri - Ausbruch Silvester 1892
Hervorragend: im Bild die Pasta mit Octopus im "A Casa di Pino"
Pasta mit Octopus A Casa di Pino
Im Stadtviertel sind die Bürgersteige stark verschmutzt und renovierungsbedürftig. Zusätzlich versperren geparkte Autos die Bürgersteige, so dass man auf die stark befahrene Straße ausweichen muss. Touristen sind in dieser Gegend kaum zu sehen. Vor den Trattorias wird auf der Straße gegrillt. Man fühlt sich hier im "echten Sizilien". Unsere schöne und große Ferienwohnung buchten wir über Airbnb.
Das Restaurant grillt auf der Straße.
Gegrillt wird auf der Strasse
Eine neue Waschmasichine, die wir wegen des wenigen mitgeführten Gepäcks dringend benötigten, gab es im Abstellraum. Auf einer Parkbank wurden wir von einem italienischen Bauarbeiter in Italienisch angesprochen „da dove ?“. Er hat sich gefreut, dass es uns Deutschen gut gefällt auf Sizilien und gleich dazu viele sizilianische Sehenswürdigkeiten aufgezählt. Mit einem sehr freundlichen „lavoro“ hat er sich per Handschlag von uns in die nahe gelegene Baustelle verabschiedet.  Zum Ätna reisten wir mit einem Touristenbus für 30 € pro Person.
Dieser Bus fährt regelmäßig zur Basisstation des Ätna
Dieser Bus fährt regelmäßig zur Basisstation des Ätna
Auf einer Meereshöhe von ungeföhr 2.000 Meter blies ein kalter Wind. Die Kraterlandschaft, die erkalteten Lavaströme und der großartigen Aussicht auf Catania und Meer haben uns staunen lassen.

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Cefalù

Der Zug fährt planmäßig um 10:15 Uhr ab. Wir haben einen guten Platz. Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir planmäßig Messina Centrale. Um 12:29 Uhr geht es pünktlich weiter nach Cefalù. Zu Zweit ergatterten wir einen Vierer-Sitzplatz.Unterwegs setzte sich ein Paar dazu. Die Fahrt zeigte sich sehr langweilig trotz schöner Sicht auf die Küste und die Äolischen Inseln. Cefalù erreichten wir ebenso pünktlich um 14:36 Uhr. Bei Sonnenschein war es etwas kühler als in Catania. Der herzliche Empfang in unserer Ferienwohnung durch eine Angestellte hat uns gefallen. 
Das Bild zeigt Cefalù mit Strand, Meer, Stadt und Felsen
Cefalù mit dem berühmten Felsen
Die Wohnung mit dem kleinen Balkon mitten in der Altstadt war für die Stadtbesichtigung ideal, auch wenn es in der Küche und im Bad etwas beengt zuging. Abends holten wir uns eine Familienpizza in der Nähe und tranken den in der Wohnung als Willkommensgeschenk bereitgestellten Rotwein dazu.
Bild zeigt Tisch auf Terrasse direkt am Meer mit Rotwein und Wasser
Abendessen im Meer in Cefalù - leider mit Regen
Abends aßen wir in einem Resteraunt auf der überdachten Terrasse direkt am Meer. Eigentlich hätte das wunderschön sein können, wenn es nicht geregnet hätte und nicht so kühl gewesen wäre. Die Pasta war leider ohne Geschmack und die Pommes, die gefüllten Oberginen und der Tomatensalat schmeckten auch nicht besonders. Wenigstens schmeckten die zwei Gläser Rotwein. Alles insgesamt für 55 €.
 
 
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Ausklang in Palermo

Zurück nach Palermo mit Zwischenübernachtung bei "Palermit'amo“ am Piazza Teatro Santa Cecilia. Der Hausherr Giovanni begrüßte uns sehr freundlich und gab uns Tips für einen letzten Spaziergang in Palermo. Wir schlenderten noch in Richtung Hafen durch schöne alte Gassen, in denen sich wunderschöne renovierte Palazzi mit Hotels, Villen und Wohnhäuser befanden. Im kleinen Park „Giardino Garibaldi“ staunten wir über die Riesenbäume. Der Hafen hatte zwei Kreuzfahrtschiffe aufgenommen.  Über die Via Lincoln und Via Garibaldi dauerte es eine Stunde bis zum Hotel. Im „Salumeria Alcolica“ in der Via Alloro aßen wir noch zu Abend und bestellen Pastagerichte.
Das Bild zeigt eine romantische alte Gasse in der Altstadt von Palermo auf dem Weg zum Hafen.
Auf dem Weg von der Altstadt zum Hafen
Riesenbaum mit einem Stamm von 3-6 m Durchmesser
Riesenbaum im Giardino Garibaldi
Ein Bahnsteig mit Zügen im Bahnhof Palermo Centrale
Stazione Palermo Centrale

Nächsten Tag waren unsere Ziele der Bahnhof Palermo Centrale und der Flughafen Punta Raisi. Sicher und pünktlich setzte die Ryanair-Maschine nachmittags am Nürnberger Albrecht-Dürer-Airport auf.

Gesamtkosten für die 17-tägige Sizilienreise: 2.500,00 €
(inkl Flug, Bahntickets = 115 €, Unterkunft und Verpflegung, Eintritt, Ausflug Ätna)

 
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